Montag, Mai 20, 2013

Warum der Eurovison Song Contest ...

... mein persönliches Fernseh-Highlight des Jahres ist.

Nummer 1: Der Entertainment-Faktor
Der Song Contest ist eine gut gelungene Mischung aus Kitsch, Entertainment, guter und schlechter Musik und jeder Form von Kuriositäten. Er bietet die perfekte Bühne für skurrile Gestalten, exzentrische Auftritte und extravagante Kostüme .Es sind die wunderbaren Auftritte wie der der finnischen Band Lordi, die es im Jahr 2006 geschafft hat, mit Monster-Kostümen und einem Hard-Rock-Song, unterlegt mit einem melodischen Schlager-Rhythmus, sogar die kitsch-besessensten Zuschauer zu begeistern, die mir für immer in Erinnerung bleiben werden. Und auch dieses Jahr fühlte ich mich prächtig unterhalten.
Kaum war der rumänische Opernsänger Cezar auf der Bühne und schmetterte "It's my life" mit seiner surreal klingenden Kopfstimme in sein Mikro, wusste ich: Das ist er. Der Moment, in dem man sich völlig ratlos zwischen Faszination, Schrecken und Lachen befindet. Und schon trudelten die ersten WhatsApp Nachrichten Gleichgesinnter ein. Scheinbar verarbeiteten auch andere ihre Eindrücke: "Ist das Captain Cook? Und die tanzenden Elfen aus Nimmerland?" oder "Hast du gerade den rumänischen Graf Zahl gesehen? - Da sind meine Urängste wieder erwacht."


Nummer 2: Die Bühnenshows
Auch wenn die Musik im Vordergrund stehen sollte, sind es doch die Äußerlichkeiten - wie die Kleider, Frisuren und Bühnenshows - denen ich meine volle Aufmerksamkeit schenke. Denn ganz ehrlich: Wer kann schon eine schwebende Moldauer Sängerin mit einem unendlich langen, mit Lichtern bemalten, Kleid toppen? Vielleicht ein 2,42 m großer Riese, der die kroatische Sängerin (deren Lied mir trotz des dritten Platzes einfach nicht mehr einfallen will) auf die Bühne trägt?
Für mich waren es ganz klar die belgischen Tänzerinnen - allerdings hier nur stellvertretend für die Choreographen dieser beeindruckenden Performance. Das Wackeln der Köpfe erinnerte mich an den eleganten Gang von Tauben und die ruckartigen Bewegungen hatten etwas von Pinguinen. Eine durch und durch gelungene Darbietung.
http://www.eurovision.de/teilnehmer/robertobellarosa103.html

Nummer 3: Der Moderator
Doch der wahre Grund dafür, dass ich den Song Contest Jahr für Jahr gerne gucke, ist der Moderator Peter Urban. Vermutlich werde ich nie wissen, ob er etwas für die Veranstaltung übrig hat oder sie tief im Herzen verabscheut. Mit leiser (und manchmal doch auch recht lauter) Ironie kommentiert er die Show nun schon seit 1997 und hoffentlich auch noch einige weitere Jahre.
Ich würde mir wünschen, dass Urban mein Leben begleitet und im Hintergrund kommentiert. Mit seiner sonoren Stimme und dem spöttischen Unterton, der alle seine Bemerkungen zu begleiten scheint, würden selbst die banalsten Ereignisse Farbe bekommen und die unangenehmen Situationen erträglich werden. 

Nach dem Song Contest ist vor dem Song Contest. Ich freue mich aufs nächste Jahr.

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