Sonntag, Februar 24, 2013

Schneedienst

In fast allen Wohnungen, in denen ich bisher gelebt habe, gab es rotierenden Schneedienst - jede Wohnpartei musste ein bis zwei Mal im Jahr das Räumen übernehmen. Der tägliche Wetterbericht entwickelte sich pünktlich zum Winter für mich in ein bedrohliches Damoklesschwert, das nur von einem Rosshaar gehalten über meinen Schädel schwebte. Eine einzige graue Wolke konnte das Haar durchtrennen und das Schwert auf meinem Kopf fallen lassen.
Dies ist meine achte Wohnung und es ist das erste Mal, dass der Schnee in meine Räumwoche fällt.
Gestern Morgen ging ich also in den Keller, um nach einen Besen und der Schneeschaufel zu suchen.

Montag, Februar 18, 2013

Das Phantom des Alexander Wolf

Nachdem Gaito Gasdanow in seiner Heimat Russland in den 90er Jahren wiederentdeckt wurde, veröffentlichte nun der Hanser Verlag den ersten Roman (in Originalsprache 1947 erschienen) des Autors in deutscher Übersetzung: "Das Phantom des Alexander Wolf"
Als 15-Jähriger meldete sich Gasdanow freiwillig zum Militär und kämpfte im Bürgerkrieg mit. Dann flohr er erst nach Konstantinopel, dann nach Paris, wo schätzungsweise über 50.000 russische Emigranten Zuflucht suchten. Er lernte das harte Emigrantenleben kennen, schuftete als Lokomotivwäscher und Lastträger im Hafen, war teilweise obdachlos und arbeitete schließlich nachts als Taxifahrer, um tagsüber Vorlesungen besuchen zu können.
Ab 1926 tauchten die ersten Erzählungen des Autors auf. Auch im Exil schrieb er russisch.

Sonntag, Februar 10, 2013

Donnerstag, Februar 07, 2013

Mathe und Kuchen

Während ich in der Oberstufe war, habe ich etwa 5-6 Stunden in der Woche Nachhilfe gegeben. In der Regel in Deutsch. Und in Mathe - was merkwürdig war, da ich dieses Fach im Abi mit nur drei Punkten abgeschlossen habe. Ich weiß noch, dass ich bei der Vorbereitung für die letzte Prüfung dachte, dass ich für die Klausur bloß keine zu gute Note bekommen durfte, weil ich sonst in die mündliche Nachprüfung gemusst hätte. Und das wäre der blanke Horror gewesen. Noch heute verfolgen mich Träume, in denen ich erst meinen Wecker überhöre und anschließend zu spät zur Matheklausur erscheine. Meine Sorge war allerdings völlig unbegründet. Ich bekam eine fünf (eigentlich eine fünf minus - aber wir wollen ja nicht kleinlich sein) und blieb so meinen vorherigen Leistungen (wenn in diesem Kontext der Begriff überhaupt passend ist) treu.