Sonntag, November 25, 2012

Schadensersatzforderung

Mein Hausarzt hatte mir geraten, meine Füße einmal intensiv untersuchen zu lassen, weil er eine Fehlstellung festgestellt hatte. Also vereinbarte ich einen Termin beim Orthopäden.
Im Behandlungsraum plauderte der Arzt mit mir über die typischen Krankheitserscheinungen bei Menschen, die im Einzelhandel arbeiten, und erzählte mir vom Fersensporn, den ich möglicherweise haben könnte. Mit seinen subtilen Methoden verunsicherte er mich massiv.
Auf Anweisung zog ich Schuhe und Socken aus, stellte mich gerade hin und wartete beunruhigt auf das Urteil des Arztes. Dieser beäugte meinen linken Fuß kritisch, nickte dann wissend mit dem Kopf und kritzelte gelangweilt in meiner Krankenakte herum.
Dann sagte er: "Ihr Fuß ist vorne viel zu breit! Sehen Sie mal, er hat eine ganz unnatürliche Form! Und Sie treten mit der gesamten Breite auf. Das sollte nicht so sein. Sie laufen zu viel mit den falschen Schuhen!"

Mittwoch, November 21, 2012

Diversifikation

Ich finde Elektronikmärkte in der Regel recht öde. Multifunktionsregale in tristen Farben reihen sich auf einem durchgelaufenen dunklen Teppichboden mit veraltetem Muster aneinander. Neben schwarzen Kabelvariationen werden eine erstaunliche Auswahl an Druckerpatronen, haufenweise Stecker und weitere ausschließlich praktisch und wenig ästhetisch orienterte elektronische Geräte präsentiert. An den Decken hängen grelle Rabattschilder und am Anfang jeden Ganges sind Kartons mit Sonderangeboten gestapelt.
Schon die Einfallslosigkeit der Inneneinrichtung löst in mir ein bedrückendes Museumsgefühl aus. Eine gähnende Langeweile, die auch bei der Besichtigung einer Impressionistenausstellung oder einer Porzellanfabrik Besitz von mir nimmt.

Donnerstag, November 08, 2012

Mittwoch, November 07, 2012

Räuber, Diebe geh'n auf Ganoven-Tour ...

Es war ein ungemütlicher Herbstnachmittag und ich bummelte im Nieselregen durch die Aachener Innenstadt. Die leuchtend grellen Sale-Schilder, die mir den Weg durch die Fußgängerzone wiesen, wirkten bei dem Wetter und dem grauen, nassen Kopfsteinpflaster völlig einfallslos und deplatziert. Aus den Schaufenstern starrten mich dürre in Neonfarben gekleidetete Schaufensterpuppen müde an. Ihre Körperhaltung hatte etwas verstörend Unnatürliches. Und ihre Outfits schienen die Abfallprodukte eines Bad-Taste-Wettbewerbs zu sein.
Gereizt von der modischen Begrenztheit und der miserablen Auswahl an alternativen Konsumgütern ließ ich die Einkaufspassage hinter mir und sinnierte nach dieser Niederlage über die Frage, ob ich bei meinen Shoppingversuchen mehr Kompromissbereitschaft und modische Offenheit mitbringen sollte.