Dienstag, August 21, 2012

Google und die Hitze

Nach einem entspannten und sonnigen Tag in Essen mit einem Ausflug in den Grugapark, einem leckeren Eiskaffee und einem Bummel durch die Fußgängerzone wartete ich nachmittags am Hauptbahnhof auf den Zug zurück nach Aachen. Die Bahn hatte schon im Vorhinein Verspätungen angekündigt, die mit dem hohen Reiseaufkommen während der Gamescon entschuldigt wurden. Unklar blieb, warum auch mein Zug mit 20 Minuten Verspätung am Gleis eintrudelte. Die Strecke von Paderborn nach Essen schien mir von der Messe in Köln nicht betroffen. Aber ich kann mich irren.
Ich stieg ein. Und obwohl es draußen bereits über 30 Grad waren, fing ich schlagartig an zu schwitzen. Keine Klimaanlage, keine Lüftung, nicht mal ein kleines Lüftchen. Die Luft stand.

Mittwoch, August 15, 2012

Gaddafis Erbe

Ich denke, ich bin sehr beliebt. Die Menschen wissen meine Generosität und Selbstlosigkeit zu schätzen und wenden sich mit ihren Problemen und Belangen gerne an mich. Täglich werde ich mit persönlicher Post bedacht, immer wieder schreiben mir Leute, die von meiner Großzügigkeit gehört haben müssen.
Die meisten E-Mails beginnen mit "Dear friend" und beinhalten Begriffe wie "Transaktion", "Auslandskonto" und "Investition". Viele dieser Menschen habe ich angeblich bei einem meiner vielen Auslandsaufenthalte in afrikanischen Ländern, an die ich mich nicht erinnern kann, persönlich kennen gelernt. Die meisten von ihnen sind mit ihrer Familie in eine Notlage geraten, müssen aus ihrem Land fliehen oder sind durch politische Ungerechtigkeiten völlig verarmt. Sie liefern die traurigsten Geschichten und bitten mich inständig, ihnen schnellstmöglich meine gesamten persönlichen Daten zuzusenden und eine Überweisung von ca. 100.000 Euro zu tätigen - für sie und ihre Kinder, die ich bei meinen Besuchen ja auch schon getroffen habe.

Donnerstag, August 09, 2012

Mit dem Bus zur Arbeit

Seit meinem Umzug fahre ich morgens mit einem anderen Bus zu Arbeit. Es fiel mir nicht leicht, meine gewohnte Linie aufzugeben. Ich fahre äußerst gerne Bus. Und ich hatte mich an die Route gewöhnt und auch meine Mitfahrer waren mir im Laufe der Zeit vertraut geworden. Jeden Morgen traf ich die gleichen, mir eigentlich völlig unbekannten Menschen. Ich lernte ihre Gewohnheiten schnell kennen, wusste, wer immer schon zu früh mit mir an der Bushaltestelle wartete und wer knapp vor der Abfahrt eintrudelte. Ich beobachtete, welche Bücher meine Mitfahrer lasen und konnte bei dem ein oder anderen zu laut eingestellten MP3-Player den Musikgeschmack des Besitzers erahnen. Ich wusste, wer seinen Platz für eine alte Person aufgab und wer scheinbar verträumt aus dem Fenster starrte, wenn jemand mit Krücken den Bus betrat. Es gab so manchen, der seine Augen schloss und ein kleines Nickerchen hielt, und andere, die gut gelaunt drauf los schnatterten, wenn sie ihre Bekannten oder Kollegen trafen.

Montag, August 06, 2012

Sonntag, August 05, 2012

Schwulitäten

Seit Anfang des Jahres steigerte sich die Anzahl meiner Beiträge stetig. Im Juni lief es dann wirklich gut. Ich veröffentlichte 8 Beiträge innerhalb von vier Wochen und war so richtig im Flow. Mein Fleiß wurde sogleich von einer erstaunlich guten Statistik belohnt. Mit etlichen Suchbegriffen landete man auf meinen Posts und jeden Tag kamen mehr Besucher auf meinen Blog.

Doch dann kam der Juli. Und nach beinahe zwei Jahren war es wieder Zeit für einen Umzug. Ich sortierte meinen Kram, mistete aus, schmiss einen Haufen unnützer Dinge weg und wickelte zerbrechliche Gegenstände genervt in Zeitungspapier. Ich wunderte mich darüber, wie wenig Bücher in einen Umzugskarton passten (3 Billyregale - teils in doppelter Reihe gelagerte Bücher - ergeben 30 Kisten) und konnte mich plötzlich nicht mehr erinnern, was eigentlich gegen einen E-Reader sprach.