Sonntag, Juli 22, 2012

Friseurdesaster 95

Generell misstraue ich Friseuren. Schon das Betreten eines Salons empfinde ich als unangenehm, wenn sich gleichzeitig alle Mitarbeiter (und meist auch die Kunden) umdrehen, sobald ich den Fuß über die Schwelle setze. Während ich eine freundliche Stimme fragen höre "Was kann ich für Sie tun?", spüre ich prüfende Blicke über meinen Kopf wandern. Ich sehe, wie jede einzelne Faser meiner Haare analysiert und beurteilt wird. Wie die Frau mit dem blondierten Bob meint, ich könnte "mal was mit Farbe machen" und die Friseurin mit den braunen glänzenden Haaren mir einen abfälligen Blick schenkt und meint, dass ich "dringend eine Kur" bräuchte. Dann wird mein Outfit in Augenschein genommen. Die Augen tasten missbilligend meinen Körper ab und man einigt sich stillschweigen darauf, dass hier eine Rundumerneuerung nötig wäre

Sonntag, Juli 01, 2012

Macht

In nahezu allen zwischenmenschlichen Beziehungen spielt Macht eine Rolle - offenkundig oder versteckt. Der Mensch scheint eine perfide Lust daran zu haben, Macht auf andere auszuüben. Einige setzen sie ein, um sich in der eigenen Position sicher fühlen zu können und die Kontrolle zu bewahren. Nicht wenigen geht es dabei aber nur um die Lust, die sie empfinden, wenn sie ihr Gegenüber demütigen und erniedrigen. Manche Menschen gehen dabei mit so einem strategischen Geschick vor, dass ich mich frage, ob "Machtintelligenz" angeboren ist oder erlernt wird.

Christopher Spry, ein junger Mann, der von seiner Pflegemutter aufs Schlimmste malträtiert wurde, berichtete, dass man im Zuge der Anklage gegen seine Peinigerin auf ihrem Nachttisch Autobiografien von misshandelten und missbrauchten Kindern fand wie z.B. das Buch "Sie nannten mich Es" - quasi als Inspiration.