Mittwoch, Februar 02, 2011

Schwebebahn

"Hallo?"
Eine männliche Stimme. So weit waren wir. Aber wo kam sie her?

Es war Dienstag abend, gegen ein Uhr nachts. Ich hatte mich mit zwei alten Schulfreundinnen getroffen, die während ihrer Semesterferien in Wülfrath waren. Nach einem sehr schönen Abend und guten Gesprächen in unserer Stammkneipe machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause.
Als erstes wurde meine Wohnung angesteuert. In dem nigelnagelneuen Auto von Denise Eltern.


Wir waren mitten in einer lebhaften Diskussion über Frauen in Afrika und Beschneidungen als plötzlich etwas von unserem Auto abprallte. Wie ein Blitz.
Ich saß hinten und konnte nichts genaues erkennen. Aber das helle Licht, das plötzlich erschien und genau so schnell wieder verschwand, war unheimlich.
Wir blieben stehen, fuhren zurück. Kein Mensch war zu sehen, kein Auto. Nichts.

Also stiegen wir aus.
"Hallo?" Wir schauten uns verwirrt um. Wo kam die Stimme her?
"Hallo! Hier oben!" Fast synchron blickten wir hoch.
Und jetzt verstanden wir, was geschehen war.

Zwei Männer standen über uns auf den Gleisen der Schwebebahn. Der eine hatte auf seinem Kopf eine Lampe befestigt.
Dem anderen war sie heruntergefallen, am Auto abgeprallt und auf die Straße gefallen.

Wir verabredeten uns für die nächste Haltestelle (auch wenn ich gerne mal den Spruch "auf einen Sprung vorbei kommen" in die Realität umgesetzt gesehen hätte) und dort durften wir uns die Telefonnummer von den Stadtwerken notieren, falls die Lampe irgendwelche Spuren am Auto hinterlassen hat.

(29. März 2006)

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