Mittwoch, Februar 02, 2011

"Nichts."

Es gibt Menschen, die meinen, manchmal nichts zu denken.
Wenn man sie fragt: "Was denkst du?", antworten sie: "Nichts."
Anfangs dachte ich noch, dass sie das einfach nur sagen um ein langes Gespräch zu vermeiden oder weil ihre Gedanken möglicherweise peinlich sind.
Aber mittlerweile habe ich herausgefunden, dass sie das tatsächlich glauben.

Als Kind saß ich manchmal vor dem Fernseher und habe mir selber eine Zeit gesetzt, in der ich nichts denken wollte. Anfangs versuchte ich es mit einer Minute, doch schnell musste ich einsehen, dass ich die Zeit runterschrauben musste, wenn ich es schaffen wollte.

Doch es klappte einfach nicht. Denn sobald ich es probierte, konzentrierte ich mich gedanklich so sehr darauf, an nichts denken zu wollen, dass ich nur noch daran denken konnte.
Es war ein ewiger Kreislauf.
Manchmal hat es mich fast wahnsinnig gemacht.

Natürlich denkt man nicht durchgehend bewusst über bestimmte Dinge nach und oft ist man total unkonzentriert und die Gedanken schweifen ab, aber das Gehirn arbeitet doch weiter.
Ich kann mich an keinen Moment erinnern, in dem ich - auch wenn ich noch so sehr geträumt habe - nicht zurückverfolgen konnte, was sich gerade in meinem Kopf abgespielt hat.
Hin und wieder mache ich mir auch einen Spaß daraus, meine Gedankengänge zu reproduzieren und die Gedankensprünge nachzuvollziehen.

Und dann gibt es wieder die andere Seite. Oft emfpinde ich es wahnsinnig anstrengend, die Gedanken nicht abschalten zu können. Man kann ja gar nichts dagegen machen, dass sie weiter arbeiten und keine Ruhe geben. Sogar nachts verfolgen sie einen in den Träumen.

Deswegen frage ich mich: Was machen diese Leute, die meinen, nichts zu denken?

(8. Januar 2007)

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