Dienstag, Februar 08, 2011

Anglizismen

Heute hatte ein Kunde einen Ausschnitt aus einer Zeitschrift mitgebracht, in der für ein spezielles Buch geworben wurde. Da er es nicht auf Anhieb bei uns finden konnte, sprach er mich an und ich schaute schnell am PC nach, in welcher Abteilung es stehen sollte. Dabei stellte ich fest, dass unsere Ausgabe ein anderes Cover hatte.
"Unseres hat zwar ein anderes Cover, ist aber inhaltlich gleich." erklärte ich ihm vorsorglich, weil solche Dinge hin und wieder zu Verwirrungen und dann zu Diskussionen führen.
"Was ist ein Cover?" fragte er unschuldig.
Ein wenig irritiert schaute ich ihn an. Auch mein Kollege drehte sich erstaunt um.
"Sagen Sie mir, was ein Cover ist?" forderte er mich streng auf.

Während ich überlegte, ob der Kunde tatsächlich nicht wusste, was es ist, hörte ich mich schon antworten: "Das ist sozusagen das Deckblatt eines Buches."
"Richtig." antwortete er. "Und warum sagen Sie das nicht so? Wir haben in unserer Sprache doch so schöne Wörter!"
Während ich noch darüber nachdachte, dass mir aber tatsächlich kein passendes Synonym für "Cover" im Deutschen einfiel, dass in der deutschen Sprache ohnehin sehr wenige tatsächlich gleich bedeutenden Wörter existieren, weil das völlig unökonomisch wäre, dass eigentlich vor allem erst dadurch, dass dem Deutschen ein entsprechender Ausdruck fehlt, Wörter aus anderen Sprachen integriert werden, und mich fragte, ob der Herr denn auch Begriffe wie "Computer", "Restaurant" oder "Pizza" vermied, entschied ich mich dazu, seine kleine Lektion zu ignorieren und ihm stattdessen das gewünschte Buch zu suchen.
Während er hinter mir hertrottete, führte er seine Überlegungen weiter aus: "So etwas muss doch nicht sein. Wir haben doch wirklich für alles Wörter. Wissen Sie, ich spreche auch Englisch und Französisch. Aber muss ich das so raushängen lassen?"

1 Kommentar:

lars_alexander hat gesagt…

Ich hab gestern mit Käse übergebackenen Hefeteigfladen mit Tomatensoße, Schnittwurst und gewöhnlichen Küchenpilzen gegessen. ;)