Tuesday, December 20, 2005

Dass es dir leid tut

Ich würde gerne etwas schreiben, aber mir fällt nichts Gutes ein.
Mancheiner würde es dann einfach lassen, aber dazu habe ich auch keine Lust.
Also werde ich einfach ganz abwechslungsreich ein (altes) Gedicht reinsetzen und mich anschließend an meinem neuen Beitrag erfreuen.


Dass es dir leid tut

Du läufst hinauf und hinunter
Den langen Pfad entlang
Denkst an altbekannte Bilder
Und wieder wird dein Herz dir bang.
Siehst halb verdorrte Bäume
Tote Blätter, öde Felder weit
Und erinnerst dich an eure Träume
Es schmerzt, denn es tut dir leid.

Möchtest hören seine Lieder
Seine warmen Augen seh’n
Und du hoffst, er kommt wieder
Doch spürst nur den kühlen Wind weh’n.
Bleibst stehen an eurem Ort.
Möchtest ihn rufen aus lauter Wut,
doch er ist schon lange fort.
Konntest nicht sagen, dass es dir Leid tut.

Mit zerrissenem Herzen kehrst du um
Läufst den langen Weg nach Haus’.
Verdängst die Frage nach dem Warum.
Doch weißt, du gehst wieder hinaus
zu den halb verdorrten Bäumen
um zu helfen der Tränen Not
um nur kurz nochmal zu träumen.
Nie wirst du ihm sagen, dass es dir leid tut.

Wednesday, December 14, 2005

"Es ist vollbracht"


"Es ist vollbracht"

Verfolgt von der gierigen Menge,
verspottet, verachtet, gehasst,
der giftige Kuss der sterbenden Schlange,
vom höchsten Rate gefasst.

Beschimpft, belacht und geschlagen
trug er die Schuld dieser Welt,
verlassen von Gott, ohne ein Klagen,
an liebenden Geboten sich hält.

Ans splitternde Holze gehängt,
mit eisernen Nägeln durchbohrt,
mit seines Vaters Kraft beschenkt
.„Welt: erhebt eure Stimme zum Mord.“

Lästernde Augen und verlorene Seelen
Richteten ihre Sinne aufs Leid,
harte Worte aus blutigen Kehlen,
zu Qualen und Schmerzen bereit.

„Ist er der König von Israel,
so steige er nun vom Kreuze herab,
so wollen wir an ihn glauben
und ihm geben die höchste Macht.

“Ein schwarzer dürrer Schatten,
mit einer Axt das Kreuze zerhackt,
spürt seine müden Glieder ermatten
und sprach zur Welt: „es ist vollbracht.“

(Maren Kahl)

Tuesday, December 13, 2005

Herbstzeit

Herbstzeit

Gefühllose Härte inmitten des Lichts
Gelb oranger Schein
Eingebettet in totes Laub
Und wieder aufgewirbelt
vom tobenden Wind

Milliarden Tropfen prasseln
Auf Schwarze Schirme, die
Wandern durch große kleine Pfützen.
Gefolgt von dunkler Watte
Ungemütlich nass

Scheinwerfer am helllichten Tage
Mit Gummistiefeln, ohne Kinderwagen
Das Lächeln im Sommer gelassen
Erst im März zum Abholen bereit
Warmen Schal und Handschuhe gekauft

Melancholischer Kerzenschein
Zaubert Gemütlichkeit im Kopf
Das Innerste verdrängen
Nur tiefe Gedanken auf Papier
Für die Zeit der Trauer

Gelb oranges Kastanienblatt
Vom tobenden Wind gebracht
Tiefe Gedanken vergessen - nie gedacht
Das Lächeln niemals weggebracht
Eine Botschaft von dir.

(Maren Kahl)